Arbeitskreis Lexikographie

Status: ruhend

Leitung: Claudia Kunze, Lothar Lemnitzer
E-Mail: kunze8@googlemail.com, lemnitzer@bbaw.de

Der Arbeitskreis beschäftigt sich mit Aspekten der computergestützten Produktion und Publikation von Wörterbüchern. Themenschwerpunkte:

  • computerlinguistische Tools zur Wörterbucharbeit (z.B. kommerzielle oder projektspezifische Lemmatisierungsprogramme, Wörterbuchdatenbanken, Lexikographiesysteme)
  • document type definitions für Wörterbücher
  • digitale Präsentation lexikographischer Daten (multifunktionale Recherchen, multimediale Elemente, Verknüpfungen mit nicht-lexikographischen Wissenbasen, cross media publishing)
  • computergestützte Wörterbuchbenutzungsforschung (Analyse von Maschine-Mensch-Kommunikation, elektronische Mensch-Mensch-Kommunikation zur Gewinnung empirischer Daten
  • Lexikographie im WWW

Neben computerlexikographischen Grundlagen befasst sich der AK mit EDV-Anwendungen in der lexikographischen Praxis, Hypermedia und Anwendungen von SGML/XML-Standards in der Lexikographie. Wir würden zudem gerne eine Diskussion über Trends in der Computerlexikographie anstoßen. Diese sind vielleicht nicht mehr ganz neu, erscheinen uns aber als besonders diskussionswürdig:

  • Da ist zunächst der Trend weg von der Organisation lexikalischer Daten in der Form von Datenbanken mit ihrer rigiden Datenstruktur und überwiegend textuellen Orientierung hin zur Organisation von Lexika und Wörterbüchern als semi-strukturierte Daten und unter stärkerem Einbezug nicht-textueller Medien ("Multi-Media")
  • Zweitens scheint es einen deutlichen, auch politisch gewollten Trend zur "boottom-up" Lexikographie, also zu kollaborativen Erstellung von lexikalischen Ressourcen durch viele Personen oder Institutionen, zu geben. Als GLDV Mitglied werden Sie die Festschrift für Professor Lenders (Willée / Schröder / Schmitz (Hrgg): Computerlinguistik. Was geht, was kommt? , Sankt Augustin 2002) erhalten haben. Beiträge von Nicoletta Calzolari und - konkreter - Christian Boitet gehen auf dieses Konzept ein. Die Frage, die wir uns stellen sollten, lautet: kann ein solcher Ansatz auch für die (Computer-)Lexikographie des Deutschen eine Rolle spielen?
  • Eine weitere Frage, die wir stellen wollen, ist die nach dem Beitrag der verschiedenen lexikalischen Ressourcen zur "Semantifizierung" des World Wide Web.

Wir wollen versuchen, in nächster Zeit diese Diskussion durch Interviews mit wichtigen Personen und Institutionen der deutschen (computer-)lexikographischen Szene zu beginnen.

Wir wollen schließlich noch auf den ersten GermaNet Workshop hinweisen, der im Oktober 2003 in Tübingen, unter der Trägerschaft des AK Lexikographie, ausgerichtet wurde. Die Beiträge der Tagung sind auf der Website online verfügbar. Die Proceedings werden in Kürze als Themenheft des 'LDV-Forum' auch im Druck erscheinen.